Valeria Bruni Tedeschi
04.05. – 16.05.

Frauen, die entgleisen

«Im Augenblick der Krise, der Niederlage, sind wir Menschen am offensten und am schönsten. In solchen Momenten entschleiern wir uns, weil wir unseren Wunden und heimlichen Träumen sehr nahe kommen.» Valeria Bruni Tedeschi, sueddeutsche.de

Valeria Bruni Tedeschi entstammt einer reichen Turiner Industriellenfamilie. Ihr Vater war Kunstsammler und Komponist, die Mutter Konzertpianistin. In den 70er Jahren zog die Familie aus Angst vor den Roten Brigaden nach Frankreich. In Nanterre besuchte Valeria Bruni Tedeschi die Schauspielschule. Seit 1987 hat sie in rund 50 Filmen mitgespielt. Mit «Il est plus facile pour un chameau...» inszenierte sie 2003 erstmals einen Spielfilm nach eigenem Drehbuch.

«Das ergreift mich: Wenn jemand an irgendeinem Punkt in seinem Leben anlangt und nicht recht weiß wohin. Wenn er droht, zu entgleisen. Die Frauen in meinen Filmen entgleisen. Sie haben verpasst, erwachsen zu werden. Es ist unglaublich hart, mit vierzig aus der Balance zu geraten, weil man sich von den Erwartungen seiner Eltern, der Umwelt oder von seinen Schwärmereien niemals gelöst hat.» Valeria Bruni Tedeschi, sueddeutsche.de

Valeria Bruni Tedeschi spielt oft fragile Frauen nah am Zusammenbruch, die sich gern stärker geben als sie sind. Sie verleiht ihnen mit ihrer aufgerauhten, manchmal kippenden Stimme, ihrem zwischen Unsicherheit und Wahnsinn irrlichternden Blick und ihrem fahrigen Spiel eine umwerfende Intensität. In ihren eigenen Filmen widerspiegelt sie nah an der eigenen Biografie das Leben der Bourgeoisie und entzaubert dabei die Klasse der Privilegierten.

Das Programm der Filmreihe zum → Download.